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Der Zynismus

Die Herkunft des Wortes Zynismus

Das Wort leitet sich vom griechischen ‘kynismós’ (wörtlich ‘Hündigkeit’ von kyon – ‘Hund’), ab. Die Kyniker waren arme Wanderphilosophen, die Natürlichkeit und Bedürfnislosigkeit propagierten. Ziel war wie in vielen griechischen Philosophenschulen das Glück des Einzelnen, das auf Freiheit und Unabhängigkeit des Denkens beruht. Abgelehnt werden Untugenden wie zum Beispiel Habgier, die nur unglücklich machen.

Die antiken Kyniker verstanden unter Zynismus einen ethischen Skeptizismus, der nach Natürlichkeit und Bedürfnislosigkeit strebte.

Die antiken Kyniker verstanden unter Zynismus einen ethischen Skeptizismus, der nach Natürlichkeit und Bedürfnislosigkeit strebte.

Die heutige Bedeutung von Zynismus

Zynismus wird heute in einem ganz anderen Sprachgebrauch verwendet und meint Leute, die mit Sarkasmus andere herabsetzten und verletzen. Sie spotten allen Werten, die anderen viel bedeuten.
Zynismus ist eine Lebensform oder auch ein Charakterzug. Ein Zyniker verachtet alle Regeln, die in der Gesellschaft herrschen. Außerdem werden von ihm alle Werte missachtet, ja sogar verachtet. Der Zyniker nimmt keine Rücksicht auf die Gefühle anderer und verletzt sie rücksichtslos. Das kann psychopathologische Züge annehmen, da der Zyniker selbst keine Gefühle mehr zu haben scheint.

Ausdruckformen von Zynismus

Ein moderner Zyniker begreift sich selbst als machtvoll, unterwirft die feineren Regeln wie Liebe, Gefühl für andere und Nächstenliebe seinem eigenen Profit und Machtwillen. Er nutzt diese durchaus zu seinen Zwecken und verachtet sie als Schwächen, die einem Machtstreben und einer Machtentfaltung im Weg stehen. Ganz anders als die griechischen Kyniker ist ein Zyniker durchaus an Besitz und Macht interessiert, da sie ihm die Freiheit und die Gelegenheit gibt, andere zu demütigen und zu versklaven. Auch steht bei einem Zyniker kein Interesse am Glück andrer zur Debatte, aber auch er selbst kann nicht glücklich sein. Es bleibt nur ein Gefühl der Befriedigung, wenn er es geschafft hat, andere unglücklich zu machen.

Unterschied von Zynismus und Sarkasmus und Ironie

Sarkasmus drückt sich in verletzendem Spott und Hohn aus. Dieser kann aber auch positiv verwendet werden, um zum Beispiel ein Unrechtsregime zu kritisieren, ohne dass der Sarkast ins Gefängnis muss. Eine ähnliche Form ist die Ironie. Hier wird das eigentliche Gegenteil von dem gesagt, was ausgedrückt werden soll. Das ist für den Hörer oder Leser nicht immer verständlich, da das Verständnis von feiner Ironie ein komplexes Zusammenspiel des Gehirns und einige Lernleistung erfordert. Kinder zum Beispiel verstehen keine Ironie. Der Zynismus ist also die Grundhaltung, die Ironie und der Sarkasmus können diesem dienen, können aber auch positiv, das heißt zu guten Zwecken angewandt werden.